Chaos in der Hausarztversorgung Bad Nenndorf – Politik auf dem Rücken der Patienten

Seit dem 12.01.2026 herrscht in Bad Nenndorf ein hausärztlicher Notstand, der diesen Namen verdient.
Die Praxis Schäfer ist von einem Tag auf den anderen ohne Vorwarnung und bis auf Weiteres geschlossen.

Für die betroffenen Patientinnen und Patienten bedeutet das: keine hausärztliche Versorgung mehr im Ort, keine Vertretung, keine Übergangslösung. Nur noch eine eingeschränkte Medikamentenversorgung – außerhalb von Bad Nenndorf, in Apelern oder Lindhorst.

Für viele ist das mehr als ein Ärgernis. Für ältere, chronisch kranke oder nicht mobile Menschen ist es schlicht ein unzumutbarer Zustand. Wie sollen sie dorthin kommen? Wer organisiert Fahrten? Wer übernimmt Verantwortung?

Keine ärztliche Vertretung – Solidarität Fehlanzeige?

Besonders bitter: Die übrigen Allgemeinärzte in Bad Nenndorf nehmen keine Patienten der geschlossenen Praxis auf. Ob aus Überlastung, oder sonstiger Gründe – für die Betroffenen spielt das kaum eine Rolle. Sie stehen im Regen. Ein wichtiger Arztsitz ist faktisch bis auf Weiteres weggebrochen, und niemand fühlt sich zuständig.

Politisch gewolltes Chaos?

Nach allem, was derzeit bekannt ist, fällt dieser Zustand nicht vom Himmel. Vieles deutet darauf hin, dass der Hauptverwaltungsbeamte den Konflikt bewusst eskalieren ließ. Offenbar sah er die Gelegenheit, eine ihm unbequeme Praxis im Kurhaus loszuwerden, um dort ein neues Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) zu etablieren.

Die bisherige Geschäftsführerin des MVZ im Kurhaus soll ihm nicht gepasst haben – zu selbstbewusst, zu kompetent, zu wenig gefügig. Eigenschaften, mit denen er offenbar nicht umgehen konnte und wollte. Stattdessen scheinen die „smarten Boys“ von Medoplan deutlich besser ins Konzept zu passen.

Mit Rückendeckung des Verwaltungsausschusses wurde der Mitvertrag im Kurhaus gekündigt – nicht wegen medizinischer Qualität oder Patientenwohl, sondern offenbar aus machtpolitischem Kalkül. Die Folgen dieses Vorgehens tragen nun nicht die Entscheider, sondern die Bürgerinnen und Bürger.

Patienten zahlen den Preis

Das Ergebnis ist ein gesundheitspolitisches Trümmerfeld:

  • eine geschlossene Hausarztpraxis
  • keine ärztliche Vertretung
  • Medikamente nur außerhalb der Stadt
  • Verunsicherung und Existenzängste bei den Patienten

Und während Bad Nenndorf um ärztliche Versorgung ringt, soll sich der ursprüngliche Verursacher des Konflikts auf Kreuzfahrt in der Karibik befinden. Ein Bild, das viele Betroffene als Hohn empfinden dürften.

Das darf nicht folgenlos bleiben

Gesundheitsversorgung ist Daseinsvorsorge. Sie darf nicht Spielball von Eitelkeiten, Machtkämpfen oder politischen Planspielen sein. Wer bewusst Strukturen zerstört, bevor neue tragfähig aufgebaut sind, handelt verantwortungslos.

Die Leidtragenden werden sich hoffentlich im September erinnern. Und sie sollten das auch. Denn politische Entscheidungen haben Konsequenzen – besonders dann, wenn sie auf dem Rücken der Schwächsten ausgetragen werden.

Bad Nenndorf braucht jetzt keine PR-Konzepte, sondern sofortige Lösungen. Und vor allem Verantwortliche, die sich ihrer Verantwortung stellen – nicht erst nach der Rückkehr aus dem Urlaub.

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